«Ich möchte an Wirkung gemessen werden» – was mich befähigt, die Binadoo AG zu führen
Im Vorfeld der Gründung der Binadoo AG führte Marco Kundert ein Gespräch mit mir über die Frage, was gute Digitalisierung heute leisten muss – und weshalb Binadoo nicht als klassische IT-Beratung gedacht ist.
Marco komplettiert die Geschäftsleitung als Head of Delivery. Während meine Rolle stark auf unternehmerische Einordnung, Positionierung und Geschäftsführung ausgerichtet ist, verantwortet er die Realisierung unserer Projekte. Gerade deshalb war dieses Gespräch für uns mehr als ein internes Interview. Es war eine Klärung, wofür Binadoo stehen soll.
Viele Unternehmen haben kein Digitalisierungsproblem. Sie haben ein Strukturproblem. Sie arbeiten mit zu vielen Insellösungen, uneinheitlichen Prozessen und Systemen, die nicht sauber zusammenspielen. Dann wird neue Software eingeführt, ohne die eigentliche Arbeitsweise zu hinterfragen. Das Ergebnis ist selten echte Effizienz. Häufig entsteht nur digitalisierte Komplexität.
Die Binadoo AG setzt genau dort an. Nicht als klassische IT-Beratung, sondern als Partner für Unternehmen, die ihre Prozesse, Systeme, Daten und Entscheidungsgrundlagen so verbinden wollen, dass sie effizienter, einfacher und rentabler arbeiten.
Im Gespräch geht es darum, was mich befähigt, diese Aufgabe als Geschäftsführer der Binadoo AG zu übernehmen.
Unternehmerische Erfahrung als Fundament
Marco Kundert: Was befähigt dich, Geschäftsführer der Binadoo AG zu sein?
Mich befähigt vor allem die Verbindung aus unternehmerischer Erfahrung, operativer Führung und einem sehr praktischen Verständnis von Unternehmensprozessen.
Ich habe über viele Jahre gesehen, wie Unternehmen wachsen, wo Organisationen an ihre Grenzen kommen und weshalb Digitalisierung oft falsch angegangen wird. Viele Firmen beginnen bei der Software, obwohl das eigentliche Problem in den Abläufen liegt. Sie kaufen Systeme, bevor sie ihre Prozesse geklärt haben. Das führt nicht zu Effizienz, sondern zu digitalisierter Unordnung.
Als Geschäftsführer der Binadoo AG sehe ich meine Aufgabe deshalb nicht darin, Technologie zu verkaufen. Meine Aufgabe ist es, Unternehmen dabei zu helfen, Prozesse, Systeme, Daten und Entscheidungsgrundlagen so zu verbinden, dass daraus messbare Wirkung entsteht.
Marco Kundert: Für dich schliesst sich mit Binadoo auch ein Kreis. Warum?
Weil mich Unternehmenssoftware und digitale Prozesse schon sehr lange begleiten.
Bereits 1992 und 1993 habe ich mit Microsoft Access ein komplettes ERP für einen Büromaterial-Grosshandel entwickelt. Damals ging es im Kern schon um dieselben Fragen wie heute: Wie werden Abläufe sauber abgebildet? Wie lassen sich Daten sinnvoll strukturieren? Wie kann ein Unternehmen durch bessere Systeme effizienter arbeiten?
Von 2003 bis 2006 war ich zudem als Berater für das ERP BW2 Technologies tätig. Auch diese Zeit hat meinen Blick auf Unternehmenssoftware geprägt. Ich habe gesehen, wie stark ERP-Systeme eine Organisation beeinflussen. Nicht nur technisch, sondern auch in Prozessen, Verantwortlichkeiten und Führungsinformationen.
Mit Binadoo verändert sich jetzt die Ausgangslage grundlegend. Wir bewegen uns weg von starren, aufwändigen Systemen hin zu flexiblen, modernen und schnellen Lösungen auf Basis der Odoo-Plattform.
Für mich ist das kein Bruch, sondern die konsequente Weiterentwicklung eines Themas, das mich seit Jahrzehnten begleitet: Unternehmensprozesse besser machen, Daten nutzbar machen und Systeme so einsetzen, dass sie operative Wirkung erzeugen.
Odoo als Plattform für unternehmerische Flexibilität
Marco Kundert: Warum ist Odoo für Binadoo strategisch wichtig?
Odoo ist für uns keine Software im klassischen Sinn. Odoo ist eine Plattform für unternehmerische Flexibilität.
Der Unterschied ist entscheidend. Klassische ERP-Projekte sind oft schwerfällig, langwierig und stark auf bestehende Strukturen ausgerichtet. Sie bilden häufig ab, wie ein Unternehmen heute arbeitet, statt zu ermöglichen, wie es morgen besser arbeiten könnte.
Odoo verbindet Standardisierung mit hoher Anpassungsfähigkeit. Unternehmen können schnell starten, Module laufend erweitern, Schnittstellen zu bestehenden Systemen schaffen und Prozesse Schritt für Schritt verbessern.
Damit verändert sich auch die Rolle von Unternehmenssoftware. Sie wird nicht mehr zum starren Gerüst, das den Betrieb einschränkt. Sie wird zu einer Plattform, die sich an Anforderungen, Prozesse und Wachstum anpassen kann.
Von Online-Shops bis Zahlungssysteme
Marco Kundert: Welche Erfahrung bringst du aus digitalen Geschäftsmodellen, Webapplikationen und Zahlungssystemen mit?
Während sechs Jahren war ich für die Networks Implementation AG tätig. Dort wurden Webapplikationen und Online-Shops entwickelt. Diese Zeit war prägend, weil es nicht nur um Websites oder technische Umsetzung ging, sondern um die Frage, wie Geschäftsprozesse in die digitale Welt übertragen werden.
Grosse Kunden wie Qualipet oder die Ringier AG haben uns damals das Vertrauen geschenkt, ihre Online-Prozesse auf der grünen Wiese neu zu denken. Genau das war entscheidend: nicht bestehende Abläufe einfach digital nachzubauen, sondern zu prüfen, welche Prozesse in einer digitalen Umgebung überhaupt noch sinnvoll sind.
Diese Haltung hat mich auch später als Geschäftsführer der Payment Solutions AG begleitet. Wir entwickelten damals Zahlungssysteme für den Online-Markt. Es ging darum, wegzukommen von der damaligen Dominanz der Swisscom mit speziellen Datenleitungen und hin zu Kreditkarten-Validierungssystemen, die über das Internet online verfügbar waren.
Das war mehr als eine technische Veränderung. Online-Shops brauchten schnellere, flexiblere und besser verfügbare Zahlungsprozesse. Gleichzeitig mussten Händler und Endkunden jederzeit sehen können, was geschieht. Moderne Dashboards in Echtzeit waren damals der Zeit voraus. Später wurden vergleichbare Ansätze von banknahen Unternehmen übernommen.
Aus heutiger Sicht ist genau diese Erfahrung für Binadoo wertvoll. Denn auch heute geht es wieder darum, Unternehmen von starren Strukturen zu lösen. Nicht aus Prinzip, sondern weil moderne Geschäftsprozesse schneller, transparenter und besser steuerbar sein müssen.
Marco Kundert: Welche Erfahrung bringst du aus der Agenturwelt mit?
Die Agenturwelt hat mich zusätzlich stark geprägt, weil sie sehr direkt zeigt, wie Märkte funktionieren. Man lernt, Kundenbedürfnisse zu verstehen, Leistungen klar zu positionieren und Resultate sichtbar zu machen.
Gleichzeitig sieht man auch die Grenzen dieser Welt. Viele Unternehmen investieren viel Energie in Kommunikation, Marketing und Reichweite, obwohl ihre internen Abläufe nicht sauber funktionieren. Dann entsteht Aufmerksamkeit, aber keine nachhaltige Leistungsfähigkeit.
Diese Erfahrung ist für Binadoo wichtig. Digitalisierung beginnt nicht bei der nächsten Kampagne und auch nicht beim nächsten System. Sie beginnt bei der Frage, wie ein Unternehmen tatsächlich arbeitet.
Wer das nicht versteht, digitalisiert oft nur bestehende Schwächen.
Prozesse und Finanztransparenz in Echtzeit
Marco Kundert: Warum ist Prozessdigitalisierung für dich so zentral?
Weil Prozesse bestimmen, wie leistungsfähig ein Unternehmen wirklich ist.
Viele Unternehmen sprechen heute über Automatisierung oder künstliche Intelligenz. Das ist nachvollziehbar. Das Potenzial ist gross. Aber die Voraussetzung wird oft unterschätzt. Bevor ein Prozess automatisiert oder durch KI unterstützt werden kann, muss er verstanden, bereinigt und digital abgebildet sein.
Ein schlechter Prozess wird durch Digitalisierung nicht besser. Er wird nur schneller sichtbar.
Ein einfaches Beispiel ist die Kreditorenrechnung. Heute ist es keine Magie mehr, wenn eine Rechnung in einem zentralen digitalen Posteingang eingeht, automatisch ausgelesen wird, dem richtigen Besteller und Abteilungsleiter zur Freigabe zugestellt wird, termingerecht bezahlt wird, die Buchungssätze ohne manuelle Tätigkeit entstehen und gleichzeitig die Rentabilität von Projekten oder Aufträgen in Echtzeit im Dashboard nachgeführt wird.
Das ist keine Zukunftsvision. Das ist heute sauber umsetzbar.
Interessant wird es dort, wo viele Unternehmen noch keine durchgängigen Lösungen haben. Zum Beispiel bei vollständig automatisierten Lohnzahlungen mit Überzeitabrechnung, Spesenauszahlung, Abzügen für Kantinenkonsumation, kompletter Verbuchung und automatischer Korrektur der Vollkostenrechnung im Unternehmen.
Genau dort zeigt sich, ob Digitalisierung nur einzelne Arbeitsschritte vereinfacht oder ob sie tatsächlich in die Steuerung eines Unternehmens eingreift.
Marco Kundert: Was bedeutet Finanztransparenz in Echtzeit konkret?
Viele Unternehmen führen noch immer mit Vergangenheitsdaten. Zahlen werden gesammelt, bereinigt, exportiert, manuell aufbereitet und irgendwann besprochen. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Teil der Realität bereits wieder veraltet.
Finanztransparenz in Echtzeit bedeutet, dass relevante Kennzahlen jederzeit verfügbar sind. Nicht als statische Auswertung, sondern als lebendiges Steuerungsinstrument. Geschäftsleitung, Projektverantwortliche und Führungskräfte sollen sehen, was passiert, während es passiert.
Das verändert die Qualität von Entscheidungen. Wer Projektmargen, offene Verpflichtungen, Liquidität, Kostenstellen oder Auftragsrentabilität jederzeit im Blick hat, führt anders. Früher. Präziser. Verantwortlicher.
Genau hier entsteht für viele Unternehmen ein grosser Hebel.
Für wen Binadoo da ist – und für wen nicht
Marco Kundert: Für welche Unternehmen ist Binadoo besonders relevant?
Binadoo ist für dynamische Unternehmen relevant, die eine klare Zukunftsvision haben. Das kann ein kleines Unternehmen sein, das seine Abläufe professionalisieren will. Es kann aber auch ein grösseres Unternehmen sein, das bestehende Systeme ablösen, verbinden oder deutlich effizienter machen möchte.
Den grössten Hebel sehen wir bei Unternehmen mit ungefähr 50 bis 500 Mitarbeitenden. In dieser Grössenordnung sind die Prozesse oft bereits komplex genug, dass manuelle Arbeit, Medienbrüche, Abhängigkeiten von Einzelpersonen und Insellösungen spürbar bremsen. Gleichzeitig sind diese Unternehmen häufig noch beweglich genug, um Veränderungen schnell umzusetzen.
Branchen sind dabei zweitrangig. Es geht nicht darum, ob ein Unternehmen im Handel, in der Produktion, im Dienstleistungsbereich, im Handwerk oder in einem spezialisierten Markt tätig ist. Entscheidend sind die Anforderungen, die Prozesse und die Bereitschaft, bestehende Abläufe kritisch zu prüfen.
Heute kann in wenigen Stunden ein Modul für die Temperaturverfolgung von Lebensmitteln entwickelt werden. Genauso kann ein automatischer Währungsexchange umgesetzt oder eine Schnittstelle zu bestehenden Systemen und Datenbanken betrieben werden.
Nicht die Branche entscheidet über die Lösung. Der Prozess entscheidet über die Lösung.
Marco Kundert: Welche Unternehmen passen nicht zu Binadoo?
Binadoo passt nicht zu Unternehmen, die Digitalisierung als reines IT-Projekt verstehen.
Wer nur eine Software installieren will, ohne Prozesse zu hinterfragen, wird das Potenzial nicht nutzen. Wer jedes Detail über Monate spezifizieren möchte, bevor erste Wirkung entstehen darf, verliert genau die Geschwindigkeit, die moderne Plattformen ermöglichen.
Das ist keine Frage von richtig oder falsch. Es ist eine Frage der Haltung. Binadoo arbeitet mit Unternehmen, die bereit sind, Anforderungen sauber zu klären, Prozesse kritisch zu prüfen und Lösungen pragmatisch umzusetzen.
Digitalisierung braucht Struktur. Aber sie darf nicht an Struktur ersticken.
So arbeitet Binadoo
Marco Kundert: Wie arbeitet Binadoo konkret mit Unternehmen zusammen?
Binadoo arbeitet nicht nach dem Prinzip «Software installieren und hoffen, dass es passt». Der Einstieg beginnt mit Beratungsgesprächen und bei Bedarf mit einer Odoo-Demo. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell Funktionen zu zeigen, sondern zuerst zu verstehen, wo das Unternehmen steht, welche Prozesse kritisch sind und wo der grösste Hebel liegt.
Der nächste Schritt ist ein Analyse- und Entscheidungsworkshop. Dort werden Anforderungen priorisiert, Abhängigkeiten geklärt und der konkrete Umsetzungsrahmen definiert. Das Resultat ist keine lose Ideensammlung, sondern eine verbindliche Grundlage: MoSCoW-Priorisierung, Milestones, Phasen, Roadmap, Timeline und ein Festpreis-Angebot.
Danach folgt die Implementierung möglichst standardnah auf Basis von Odoo. Das ist bewusst so. Je näher ein Unternehmen am Standard bleibt, desto stabiler, wartbarer und schneller entwickelbar bleibt die Lösung. Customizing setzen wir dort ein, wo es echten Mehrwert schafft – und nicht dort, wo alte Sonderfälle ungeprüft in ein neues System übernommen werden.
Zur Umsetzung gehören Datenmigration, Key-User-Schulung, Testphase und Go-live. Entscheidend ist aber auch die Zeit danach. Viele Projekte scheitern nicht beim Start, sondern nach dem Start, weil Weiterentwicklung, Betreuung und Verantwortung nicht sauber geregelt sind.
Darum endet die Zusammenarbeit mit Binadoo nicht beim Go-live. Die Phase nach dem Go-live ist ein zentraler Teil des Erfolgs. Dort wird sichtbar, wie gut Prozesse greifen, wo nachgeschärft werden muss und welche nächsten Entwicklungsschritte sinnvoll sind. Digitalisierung ist kein einmaliger Systemwechsel, sondern eine laufende Verbesserung der Art, wie ein Unternehmen arbeitet.
Marco Kundert: Wie ist Binadoo organisatorisch aufgestellt?
Binadoo ist bewusst so organisiert, dass Beratung, Prozessverständnis und technische Umsetzung eng zusammenarbeiten.
Das ist entscheidend. Viele Digitalisierungsprojekte verlieren an Qualität, weil Strategie, Fachanforderung und Implementierung getrennt voneinander laufen. Dann entstehen Konzepte, die technisch nicht sauber umsetzbar sind. Oder Systeme, die technisch funktionieren, aber den operativen Alltag nicht verbessern.
Bei Binadoo verbinden wir diese Ebenen. Wir arbeiten mit klaren Verantwortlichkeiten, erfahrenen Odoo-Spezialisten, Prozessverständnis und einem Netzwerk für ergänzende Anforderungen rund um Schnittstellen, Dashboards, Automatisierung und künstliche Intelligenz.
Mir ist wichtig, dass Binadoo nicht als personenabhängige Beratung funktioniert, sondern als Organisation mit einem klaren Vorgehen. Analyse, Priorisierung, Implementierung, Schulung, Go-live und Weiterentwicklung müssen nachvollziehbar geführt werden.
Gute Digitalisierung braucht nicht nur gute Ideen. Sie braucht ein Team, das sie sauber in den Betrieb bringt.
Zwei Rollen, ein Anspruch
Marco Kundert: Was ist aus deiner Sicht meine Rolle bei Binadoo?
Du übernimmst als Head of Delivery eine Schlüsselrolle bei Binadoo. Während ich mich als Geschäftsführer stark auf unternehmerische Einordnung, Positionierung und Gesamtverantwortung konzentriere, sorgst du dafür, dass aus Anforderungen, Roadmaps und Konzepten funktionierende Lösungen werden.
Wir kennen uns seit über 20 Jahren. Dieses Vertrauen ist für mich wichtig, weil Digitalisierungsprojekte nicht nur Fachwissen brauchen, sondern auch Verlässlichkeit, klare Entscheide und eine gemeinsame Vorstellung davon, wie gute Umsetzung aussieht.
Du hast zahlreiche ERP-Projekte für Unternehmen mit über 1’000 Mitarbeitenden geleitet, mehrere Startups im digitalen Umfeld aufgebaut und bist Gründer der Bytebrand Outsourcing AG. Dazu bringst du ein starkes Entwickler-Netzwerk, tiefes technisches Verständnis und grosse Erfahrung in KI, Automatisierung und digitalen Geschäftsmodellen mit.
Was dich besonders auszeichnet, ist deine Umsetzungsstärke. Du denkst nicht in schönen Konzepten, sondern in funktionierenden Lösungen. Effizienz ist für dich kein Schlagwort, sondern ein Arbeitsprinzip.
Diese Kombination macht Binadoo stärker: Geschäftsführung, Prozessverständnis und Delivery-Kompetenz greifen ineinander. Nur dann entsteht Digitalisierung, die nicht in Präsentationen endet, sondern im Betrieb Wirkung zeigt.
Künstliche Intelligenz und der Blick nach vorn
Marco Kundert: Welche Bedeutung hat künstliche Intelligenz für Binadoo?
Künstliche Intelligenz wird ein wichtiger Bestandteil vieler Geschäftsprozesse werden. Aber KI ist kein Ersatz für saubere Grundlagen.
KI kann repetitive Aufgaben übernehmen, Informationen strukturieren, Abweichungen erkennen, Entscheidungen vorbereiten und Abläufe beschleunigen. Aber sie braucht klare Prozesse, gute Daten und sinnvolle Anwendungsfälle.
Ohne diese Basis bleibt KI ein Experiment.
Für Binadoo ist deshalb entscheidend, künstliche Intelligenz nicht isoliert zu betrachten. Sie muss in Systeme, Prozesse und unternehmerische Ziele eingebettet sein. Erst dann wird aus Technologie ein echter Produktivitätshebel.
Marco Kundert: Was unterscheidet deinen Blick auf Digitalisierung von klassischer IT-Beratung?
Ich glaube nicht an Digitalisierung als Präsentation. Digitalisierung muss im Alltag funktionieren.
Klassische IT-Beratung bleibt oft zu stark bei Systemen, Spezifikationen und Projektdokumentationen stehen. Das kann notwendig sein, reicht aber nicht. Entscheidend ist, ob sich die Arbeit im Unternehmen tatsächlich verbessert.
Ein Konzept ist erst dann gut, wenn es im Betrieb Wirkung zeigt. Bei den Menschen, die damit arbeiten. In den Prozessen, die einfacher werden. In den Zahlen, die transparenter werden. Und in den Entscheidungen, die besser getroffen werden können.
Meine Rolle sehe ich deshalb als unternehmerischer Übersetzer zwischen Technologie, Geschäftsführung und operativer Realität. Ich verbinde Prozessverständnis, Software, Finanztransparenz und künstliche Intelligenz mit der Frage, was ein Unternehmen konkret erfolgreicher macht.
Marco Kundert: Woran möchtest du gemessen werden?
An Wirkung.
Nicht daran, wie modern eine Lösung klingt. Nicht daran, wie viele Begriffe aus der Technologiewelt verwendet werden. Sondern daran, ob Unternehmen mit unserer Unterstützung besser arbeiten können.
Wenn manuelle Arbeit reduziert wird, Finanzkennzahlen verlässlicher werden, Projekt- und Auftragsrentabilität transparenter wird und Unternehmen weniger abhängig von einzelnen Personen sind, dann hat Digitalisierung ihren Zweck erfüllt.
Genau daran möchte ich gemessen werden.
Schlussgedanke
Viele ERP-Projekte sind zu schwerfällig, weil sie alte Strukturen nur digital nachbauen. Digitalisierung bringt aber erst dann Wirkung, wenn sie in die Unternehmenssteuerung eingreift.
Die Aufgabe der Binadoo AG ist es, genau diese Lücke zu schliessen: zwischen Software und Wirkung, zwischen Daten und Führung, zwischen Digitalisierung und echter Unternehmenssteuerung.
Meine Aufgabe als Geschäftsführer ist es, diesen Anspruch unternehmerisch, pragmatisch und mit klarem Fokus auf messbare Wirkung umzusetzen.
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